Fernweh

Fernweh

Dienstag, 13. September 2016

Muizupites Pludmal (Let) - Engure

Unsere stille Nacht an der Steilküste von Jürkalne war herrlich. Was gibt es schöneres als Morgens bei Sonnenaufgang auf der Holzveranda mit einer Blechtasse voll leckerem Kaffee zu sitzen und auf die Ostsee zu schauen ? Nichts...

Nach ca 40 km erreichen wir die 50.000 Einwohner Stadt Ventpils mit dem wichtigesten Hafen Lettlands. Restaurierte Kaianlangen und schick renovierte Fassaden zeigen davon das hier viel Geld hinein gesteckt wurde. Selbst die Bäume an den Alleenstrassen sind unten (ja nicht oben) mit der Nagelschere alle gleichlang gestutzt.Die Strassen sehen sehr einladens aus und der ganze Ort macht einen netten Eindruck (die Preise im Supermarkt sind wieder auf Heimatniveau angekommen). Erst mal bis ans Ende vom Hafen getuckert und den Blick aufs Weite Meer. Der Strand ist wunderschön angelegt, da können sich unsere Ostseestrände teilweise dahinter verstecken. Ventpils heißt "Burg an der Vente", aber die Burg haben wir bei unserer kleinen Stadtrundfahrt nicht entdecken können.

Dann fing das medetative Fahren an.....100 km einfach nur geradeaus, links und rechts von Bäumen gesäumt, ich glaube nach 40 km war mal eine Kurve. Keine Orte, keine Hügel, einfach nur geradeaus. Leider blieb uns der erhoffte Blick auf die Ostsee beim Fahren verwehrt, obwohl diese nur 100 Meter von der Strasse weg ist, aber der Wald nimmt jeglichen Blick.

Im Slitere-Nationalpark kurz vor Kolka ist ein wilder Küstenurwald auf 160 qm². Am Kap des ehemaligen sowjetischen Militärspressgebietes stehen die Trümmer eines Leuchtturmes und hier ist der "Strand der zwei Meere". An dieser Spitze trifft sich die Ostsee mit der Rigaer Bucht.

Weiter Richtung Riga hatten wir doch dann öfters mal den Blick auf das Meer, leider gibt es hier keine Fischbrötchen...Komisch....an einem Strassenstand haben wir dann doch eine geräucherte Scholle ergattert. In zwei Plastiktüten geschützt an meinem Tankrucksack ging dei fischige Fahrt weiter bis ca 40 km vor Riga.
Hier sind wir jetzt (mal wieder) die einzigen Gäste an einer riesen Campinganlage direkt am Meer. Nur schade das das Bier hier schon € 3,00 kostet....Riga werden wir wahrscheinlich auslassen, ist uns zu groß und hier gibt es so viel Natur und kleine Örtchen.






















Tytuvenai (Lit) - Muizupites Pludmal (Let)

Auch die schlimmste zweite Nachthälfte die wir jemals auf einem Camping verbracht haben geht vorüber. Der Camping war ruhig, zur eine Familie und zwei Päarchen in den Hüttchen und ein Wohnwagen auf dem riesigen Gelände. Es verspach eine ruhige Nacht zu werden. Doch leider kamen in der zweiten Nachthälfte einige Jugendliche von ihrem Trinkgelage an dem Camping vorbei und meinten mit ihrem Gegröhle alle zu erfreuen. Und sie bewegten sich kaum, so dass an Schlaf erst mal nicht mehr zu denken war. Nachdem sie nach gefühlen Stunden weiter gezogen sind haben wir noch bis kurz vor 6h ein bisschen geschlummert. Dann erst mal leckeren Kaffee.  Leider mussten wir unser Zelt durch den Tau pitschnass einpacken.










Heutiges Etappenziel war erst mal der Berg der Kreuze. Wahnsinn, das müssen 100-Tausende von Kreuzen sein die auf diesem Berg stehen. Keiner weiß warum dies so ist. Und wir haben sogar ein Kreuz der Augsburger Sänderknaben  entdeckt, und viele Kreuze mit 2016 datiert, auch einige aus Deutschland. Der Hügel ist übersät mitten in unbewohnter Umgebung, angeblich  seit der Zarenzeit stecken Menschen hier Kreuze in den Boden.

Jetzt zog es uns weiter Richtung Nordsee. Gegen Mittag kamen wir dann über einen kleinen Flußn und schon waren wir in Lettland. Erste Kreuzung, ok links Schotter, also weiter geradeaus. Tja, da haben wir die Rechnung ohne das Lettische Strassenbauamt gemacht. Ruck zuck hörte der Hoppelasphalt auf und wir durften eine wunderschöne Wellblechschotterpiste die nächsten 20 km langhoppeln. Und mitten im Wald kreuzten zwei wunderschöne große Hirsche unsere Fahrbahn, Hammer.
Das erste Städtchen in Lettland wirkte doch irgendwie freundlicher als die Orte in Littauen auf uns, und dann gabs auch erst mal nen leckeren Kaffee. Mittlerweile waren es zwar nur noch 21,5 Grad, aber das reichte dann auch.

Je weiter wir fuhren desto mehr zug Hochnebel auf, ganz spannend mitten auf einem Feld saß ein Schwan, ohne See drumherum. Ob er glaubte ein Stroch zu sein ? Auch hier begleiten uns wieder Unmengen von Kranichen.

Fast 500 km Küste hat Lettland, unberührte Naturlandschaften in unendlicher Weite. 2,4 Mio Einwohner hat Lettland. In der Mitte zwischen Ventspils und Liepaja sind wir bei ausfallendem Nebel an die Küste gestossen und haben jetzt einen wunderschönen einsamen Stellplatz nur 50 Meter vom Meer weg. Meerblick und Meeresrauschen inclusive,
auf der Veranda eines Hüttchens sogar überdachte Sitzplätze und das Plumsklo gibt es dazu.