Fernweh

Fernweh

Samstag, 17. Juni 2017

Le Vans (Ardeche) bis kurz hinter Sault (Department de Cote d'Azur) 198 km

Der Camping war ein Traum, ruhiger ist es nur in der Wüste. Und heute morgen brannte der Planet schon wieder. Raus aus den Cevennen, rein in die Cevennen, der Nationalpark zieht sich mit wunderschönen Hochplateaus bis weit in die Ardeche hinein.

Und dann war sie da, die Ardeche. Immer hoch oben am Ufer entlang, ein Camping nach dem anderen, bis in das Tal hinein. Touri XXL. Der bekannte Bogen am Port de Arc ist wunderschön anzusehen. Um die 50 km geht es hoch und runter, links und rechts an der Ardeche entlang. Gigantische Blicke von oben und dazu Unmengen von Adlern (und Touris...).

Dann mussten wir leider wieder runter und einmal quer durch das Rhonetal. Nicht schön, aber auch Verbindungsetappen müssen sein. Und dann ein großes Stutzen meinerseits. Schild : Department Cote d'Azur ??? Mmhhhh, hat sich mein Schatz verfahren ? Nein, wir sind wirklich im Hinterland der Cote d'Azur. Über kleine Pässe sogen wir den Duft der Tannen und der anderen Nadelbäume ein. Oben auf dem Col de Madeleine ein kleiner Plausch mit ein paar Schotten die wirklich den Col bis auf 1000 Metern mit dem Rennrad hoch sind, Respekt das bei über 30 Grad.

Hier sind wir jetzt im Lavendelland gelandet. Überall blüht dieser, viele kleine Selbsterzeuger die mit Lavendel ihre Produkte herstellen.

Ca 20 km hinter Sault haben wir einen kleinen Camping ergattert. Seit ca. 1 Stunde kämpft mein Schatz mit der Birne von der Zicke, die mal ihrem Namen alle Ehre macht. Eine Birne , die kaputt ist, bei der Zicke zu wechseln ist eine Mammutaufgabe. Eben wurde sogar gedroht die Zicke darf nicht mit auf Weltreise. Komisch, die letzte Birne ist auch in Marokko drauf gegangen. Irgendwie hat die Zicke Spaß daran mein Schatz zu ärgern.

Dank dem Tipp unserer Schweizer von vor zwei Tagen habe ich heute auf dem Camping nach Eiswürfeln gefragt, und es gab welche ! Yeh, so kann ich meinen Rose von gestern eiskalt genießen. Und heute Abend werde ich mal ein neues Rezept ausprobieren.

Tipp von unseren Campingnachbarn aus Lörrach gestern. Bratkartoffeln mit Ziegenkäse und Schinken überbacken, mmhhhh...














Les Vignes (Cevennen ) nach Le Vans (Ardeche) 175 km

So sitze ich jetzt hoch oben auf einem Hügel, blicke in die Weite geschwungene Landschaft der Ardeche, einen leckeren Rose neben mir ( natürlich in der Blechtasse), und denke mir : was kann es Schöneres geben ? Antwort : NICHTS !!

Heuet morgen ging es an der Tarn entlang wieder rückwärts. Sehr interessant sind die Häuser die teilweise in die Felsen eingebaut wurden. Das Wasser der Tarn schimmerte uns Türkis entgegen, kein Verkehr, herrlich.Im Hochsommer herrscht hier mit Sicherheit Wohnmobilchaos, daher auch das einige Durchfahrten nur 3 Meter hoch und knapp 2,50 Meter breit sind.
Weiter ging es kreuz und quer durch die Cevennen grobe Richtung Florac. Eine beeindruckende Landschaft , weite Sicht,viel Wind, raue Landschaft, einfach schön. Nur frage ich mich ab und an warum die Franzosen Rollsplitt so lieben. Mir jedenfalls sind Wege ohne diese Schmiereinlage lieber.

Kurz vor Florac kam der Hunger auf, also ab in einen Intermarche. Und während ich so warte kam das, was mir ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte. Zusammen ein mit Sicherheit eher 140 Jahre altes Päarchen auf ner Harley. Reisetasche (nicht wasserdicht) hintendrauf, sie Original rosa Harleyklamotten, er ziemlich unsicher mit dem Teil. Aber fachmännisch Bananen, Tomaten
und Joghurt eingekauft, und dann ging es wieder los. Schön ist es wenn sich Menschen ihre Träume erfüllen.

Florac ist einfach putzig, so haben wir unser Vesper selbstverständlich direkt auf dem Marktplatz (Schatten) eingenommen. Aber wir waren nicht alleine.

Danach ging es über 1400 Meter hohe Pässe, etwas Frischluft tut immer gut. Bei der Abfahrt wie immer, Schatzi brumm brumm vorneweg und ich hoppel hoppel hinterher. Und dann passierte das was nicht passieren sollte. In einer engen Kurve sah ich nur, dass mir eine Twin mit schwarzem Helm entgegen kam, und winkte wie mein Schatzi. Nach ca 20 km Pause, warum kommt er nicht nach wenn er die Strecke so toll findet ? Warten in der prallen Sonne, 5 Min - 6 Min - 7 Min, ok wenn er in 10 Min nicht nachkommt fahre ich wieder hoch. Nach 9,5 Min kommt mir der Hippo von unten entgegen ?? Hähhhh ?  Schande, es war ne andere Twin und in der kleinen Kurven dacht ich wirklich es wäre der Hippo. Nach großer Wiedersehensfreude ging es dann weiter.

Und kaum waren wir in der Ardeche zeigte auf mein Navi wieder an das es in Centraleuropa ist, sprich ich kann wieder navigieren ! Gesagt, getan, ab zum Carrefour, heute gibt es Tomate-Mozzarella-Salat mit Bratkartoffeln.

Den leckeren Rose gibt es eingekühlt auf dem Camping, und super Ausblick gibt es gratis.

schon mal ne Regenbogenwolke gesehen?

das Schauspiel dauerte nur ca 2 Minuten

aber ein Erlebnis bei sonst strahlend blauem Himmel














wo Bitte ist der Steiff-Knopf ?



etwas Joga muss sein !

na ja, an der Eleganz kann ich noch arbeiten

ein Hoch auf diesen Urlaub


Treves (Cevennen) nach Les Vignes (Cevennen ) 127 km

Heut morgen ging es durch die schroffen steilen Berge nach Cantobre. Dieses Örtchen ist steil oben auf Felsen gebaut. Zwecks Spritmangel dann einen Abstecher nach Nant. Und es kam wie es kommen musste, der Tankautomat hat keine von unseren diversen Karten akzeptiert. Mmhhh, blöd. Rettung kam in Form einer Familie mit Hänger.
Deal, sie bekommen  € 20 von uns, und dafür steckt er seine Karte in den Automaten. Und yes, die Mopeds hatten wieder Sprit. Jetzt noch die obligatorischen Pain ou chocolate und ein La Flute, und weiter konnte es gehn.
Hier in den Cevennen bläst wirklich den ganzen Tag eine sehr schroffe Brise, die Mopeds wurden wieder mal kräftig durchgeschüttelt.
Entlang am Canyon de la Dourbie , links und rechts steile schroffe Berge, bis nach Chaos de Montpellier le Vieux. Cooler Name..

Die Cevennen sind landschaftlich extrem reizvoll und sehr abwechslungsreich, ein letzter Rest von wildem Land findet sich hier.

Wechselte die Landschaft sich jetzt während wir bis auf 900 Meter hochfuhren, es ergab sich ein weiter Hochplateau (mit noch meeeeehr Wind). Der Hammer ist der Blick von hier oben auf den Fluss George du Tarn, fantastisch. Weiter über Le Massegros zum Point Sublime, hier steht Frau direkt am Abgrund und schaut 800 Meter in die Tiefe auf das Tal in dem der Tarn fließt. Steile Serperntinen ging es nun runter bis zum Tarn um dann an dessen traumhaften Ufer
bis das Les Vignes zu kommen.

Hier am Tarn sind  viele Häuser direkt in die Felsen geschlagen, optimalen Blick hat man wohl vom Kanu aus, hier werden diverse Touren angeboten.  Aber da wir auch vom Moped aus einen super Blick haben werden wir uns wohl nicht aufs Wasser wagen. Aber das Panache ist heut wenigstens günstiger als gestern ( € 1,50 pro Dose vs. € 3, 00 gestern für 0,25 l)

















Ambialet-Villeneuve (Department de Tarn) - Montpellier - Treves (Cevennen) 307 km

Kurz hinter Villeneuve fängt der Nationalpark auf 1000 Höhenmeter Haut Languedoc an. Hier empfing uns eine Steinlandschaft wie auf den Mond. Weite Blicke schweifen über die Berge, der Wind bläst kühl und angenehm.
So langsam machten wir uns auf den Weg raus aus den Bergen. Circa 40 Kilometer vor Montpellier hat uns die Meereshöhe wieder. Noch in einem kleinen Örtchen direkt an der Dorfkirche einen Kaffee als Stärkung, den brauchen wir im Gewusel von Montpellier bestimmt.
Aber nein, die Fahrt über die kostenfreie Autobahn ist stressfrei, und da wir von der richtigen Seite reinkommen landen wir ohne größeren Stress direkt bei meiner Tante vor der Tür. Welch Wiedersehensfreude nach über 20 Jahren !
Die Mopeds stehen sicher im Hof und wir können uns zur Begrüßung erst mal eine Runde Bier.
Nach der schönen Abkühlung geht es mit dem Bus zum Place de Comedie. Hier liegt das Zentrum von Montpellier und es trennt sich die Altstadt von der Neustadt. Durch kleinen Gässchen , hoch und runter, links und rechts, mit herrlichen alten Häuschen, und mehrmaligem Wegfragen, haben wir es dann doch geschafft. Kurz hinterm Arc de Triumphe Montpellier liegt die alte Universität de Medicine mit einem historischen gigantischen Bogen und Glocken obendrauf.

Weiter am Botanischen Garten zum Arc de Triumphe. Gut das wir hier zu Fuß unterwegs sind. Der Belag ist spiegelglatt so das ich selbst mit meinen Flipflops Haftungsprobleme habe. Gegenüber vom Arc ist ein kleiner Park mit 180 Grad Sicht über Montpellier, gigantisch. Obwohl die Stadt ca.900.000 Einwohner hat ist sie doch irgendwie kuschelig und gemütlich und versprüht keineswegs Großstadthektik. Zu Fuß weiter an einer alten Mauer ging es durch hübsche
Strassen mit spannenden Läden und typisch französischen Gehwegkneipen.

Den sehr lustigen Abend haben wir mit tollem Essen und schönen Gesprächen ausklingen lassen.

Heute morgen hieß es tränenreich Abschied nehmen, wer weiß wann wir uns wiedersehen . Danke Gigi das wir so schöne zwei Tage hatten.

Die Ausfahrt verlief ruhig und mit wenig Verkehr, ab St. Guilhem le Desert hatten uns die Natur wieder. Immer am Flüsschen entlang Richtung Le Vigan.
Klaus hat die D48  zum Col de la Sereyrede zur Hammerstrasse erklärt, fast Sardinienfeeling, mir wurde ganz schwindelig von so vielen Kurven.Auf 1.200 Höhenmetern zeigten die Cevennen wieder ihre rauen Seiten. Permanenter Wind, steile Hänge, gewachsen mit gelb blühendem Ginster und kleine Wege, nie mehr als 20 Meter geradeaus.

In Treves, auf 550 Metern geben wir uns heute dem Wind geschlagen. Eine kleine Wanderung durch die herrliche Landschaft und nachher hoffentlich noch ein Glas Weißwein.

mobiler Hundefriseur, Marktlücke in Deutschland ?