Fernweh

Fernweh

Sonntag, 18. September 2016

Cesis (LET) - Siauliai (LIT)

Gemäß unserem Nutella war er heute morgen doch etwas kühl, es hatte die Konsistenz zum schneiden. Also Felle aufs Moped und ab weiter Richtung Süden. Und wie das in Lettland so ist, nach 10 km ging es auf Schotter. In Lettland braucht man die Schotterpisten nicht extra suchen, selbst die großen gelben Strassen lt Karte sind hier zum überwiegenden Teil Schotter. So wurden wir heute mal richtig eingestaubt und hatten teilweise auch echt übles Wellblech. Bei der Zicke hat alles nur so gescheppert, selbst als ich maximal gefahren bin. Und auch der Hippo hat bei 80 km/h ziemlich geklappert. So blieb es dann auch an der Küste entlang bis wir nach Litauen wieder kamen. Zwischendurch hat sich netterweise mal die Sonne blicken lassen, Höchsttemperatur heute 15 Grad, aber dann wieder schnell grau in grau. Mangels Möglichkeiten haben wir uns heute in Siauliani den Luxus eines Hotels gegönnt. Ganz toll im alten Ritterstil mit viel Holz, großen Kronleuchtern und urgemütlich. Und das ganze zu einem Preis bei dem wir in Deutschland noch nicht mal ein Gästezimmer gekommen. Dazu gab es echt einheimisches Essen und leckeres Bier. Wir sitzen nur hier wieder in Shirt und hochrotem Kopf da uns die indoor Temperaturen echt zu schaffen machen.




























Samstag, 17. September 2016

Haapsula - Pärnü - Cesis (LET)


Es ist mal wieder Wochenende, und so hat die Dorfjugend in Haapsula die Nacht zum Tag gemacht, incl. Autorennen auf der Hauptstrasse. Egal, wir sind mittlerweile blendend erholt und so ging es nach einen heißen Tee bei kühlen 12 Grad entlang an der Ostsee. Es ist wirklich schade das man kaum Blick auf das Meer vom Fahren aus hat, eher stupides geradeaus zwischen Bäumen eingekeilt. Und irgendwie kam es uns heute auch super super kalt vor. Zwischenstop in Pärnu , und hier war es am Meer auf einmal sogar kuschelig warm. Pärnu ist eine Art inoffizielle Sommerhauptstadt von Estland, und seit 1838 Kurort. Ein toller breiter, kilometerlanger Sandstrand und eine recht
nette ALtstadt bei der wir natürlich auch auf der Rüütli (so heißt die Flaniermeile) gebummelt sind.
Bedingt durch ie doch kühlen Temperaturen wurden jetzt die Felle auf dei Mopeds geschnürt, dafür haben wir sie ja schließlich mit und weiter ging es an der Küste bis Salacgriv, hier ist die Grenze zu Lettland. Kaum wollten wir  auf dieP12 abbiegen kam uns auch schon wieder grober Schotter entgegen. Hier in Lettland sind auch die großen Strassen oft Schotter, dazu hatten wir heute aber keine Lust, also kehrt Marsch und noch ein bisschen an der Küste.
Bei einem Stopp sind uns doch wirklich die Augen rausgefallen. Wir bibbern mit Winterhandschuhen und langer  Unterhose und da kam doch echt ein niederländisches Päarchen auf einer 1200 BMW angerollt. Er kurze Hosen und eine
dünne Windjacke bei der alle Reißverschlüsse auf waren, sie in Jeans und dünnem Jäckchen...brrrr..auf unsere Frage
ob es nicht etwas kalt wäre meinte er ja, aber er hat ja schließlich Protektoren an den Beinen. Ob wir auch mit der Geschwindigkeit (hier gilt überall 90 km/h resp. innerorts 50 km/h) hätten ? Nein, wieso, na ja er wäre mit 80 km/h innerorts geblitzt worden, ok !!
Jetzt sind wir wieder auf dem schönen Camping im Gauja-Nationalpark 8 km von Cesis entfernt, genießen den Blick auf den See und hatten zum aufwärmen erst mal ne heiße Dusche. Das Feuerholz für heute Abend liegt schon bereit.












Kunda - Haapsula

Leichtes Donnergrollen in der Ferne gestern Abend den Regen an, genau als wir brav alles im Zelt resp. in der Küche hatten. Und so nutzen wire den Luxus in der überheitzten Küche unser Abendmal zuzubereiten. Doch nach 14 Tagen Outdoor hatten wir beide innerhalb kürzester Zeit knallrote Köpfe, es war einfach Indoor zu warm. Und da der Regen nachgelassen hatte konnten wir uns nach draußen vertrollen. Heute morgen ging es bei 10 Grad Richtung Tallinn. Aber trocken...
In Käsmu direkt an der Ostsee wehte ein rauer Wind. Käsmu ist ein kleiner, verschlafener Fischerort an einer weitläfigen Bucht mit vielen groben Findlingen entlang der Küste. Dieses Gebiet war zu Sowjetzeiten nur mit  Ausweis zu betreten und noch heute sieht man zahlreiche Wachtürme
Ob jeh, nach 3076 km von Zuhause kam die Einfahrt nach Tallinn. Ist so ungefähr als wenn man über Fechenheim nach Frankfurt reinfährt, einfach nur grauenhaft. Nach einem Hamburger (der auch nicht empfehlenswert war) und kurzer Orientierung wurde der Rathausplatz
in Tallinn angepeilt, und gefunden. Er ist der Mittelpunkt des städtischen Lebens hier. Das einzig erhaltene gotische Rathaus von 1402 mit einem achteckingen Turm bewacht der Alte Thomas, eine Wetterfahne, die Stadt. Die Altstadt von Tallinn ist wirklich empfehlswert, historiche Baukunst, restaurierte Fassaden, Türmchen, Giebel....sehr putzig.  Und dieser Teil ist auch Unesco Weltkulturerbe.In Tallinn haben wir Bergfest gehabt, jetzt geht es wieder westwärts Richtung Heimat, unsere Route führte uns in den kleinen Kurort Haapsalu. So hatten wir uns eigentlich die ganze Zeit die Örtchen an der Ostsee gedacht, jetzt gefunden.Aber Camping ??? Nur ein Schild, also immer der Nase nach, leider geschlossen. Aber so schnell geben wir nicht auf.
Am historischen Dorfplatz, direkt an der historischen Burganlage aus 1708 runter vom Moped und mal in den einheimischen Kneipen fragen. Und in der Tat, ein Kellner sagte uns noch 150 Meter und dort bei einem Fahrradladen könnten wir
im Garten campen....OK, Fahrradladen gefunden,  und gefragt, perfekt. Wiese im Garten mit Dusche, WC und sogar Unterstand. Schnell das Zelt aufgebaut und ab ging es die historische Burg erkunden.Bei 16 windigen Grad brauchten wir noch nicht mal aus den Mopedklamotten raus.
Nach dem kulturelen Teil ging es an den Gourmetteil des Abends. Und das erste Highlight waren KingPrawns on fire (Garnelen flambiert mit Apfelschnaps, Öl und auf Apfelästen), mmhhh schmatz mapmpf. Klaus will es daheim auch mal probieren, ich werde den Feuermelder dazu am Besten deaktivieren. Hauptspeise leckeren Pepsiefisch mit Pilzsauce und Gemüse, dazu ein super Weißwein, somit haben wir heute unsere Bergfest richtig gefeiert.