Fernweh

Fernweh

Dienstag, 13. September 2016

Stary Folwark - Tytuvenai (Lit)

11.20h Ortzeit - 25,5 Grad Grenzübertritt Polen Litauen

Hier ist die Zeit eine Stunde weiter als bei uns. Dank Schengen fahren wir einfach durch,
aber die alten Grenzgebäude zollen noch Tribut an vergangene, dunkle Zeiten. Auch die nächsten 150km
sind gespickt von endloser Weite und einzelnen Gehöften die sehr sehr alt und verfallen aussehen.
Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Es wirkt alles wir vor 60 Jahren, grau und düster. Ganz
komisch wird mir als ich das Hinweisschild Kaleningrad noch 200 km sehe. Schwermut tut sich bei mir breit
und ein paar Tränchen rollen in den Helm. Hier liegen die Wurzeln meiner Familie und ich muss daran denken
was sie alles erleben mussten bei der damaligen Flucht.

Auch das Baltikum hat einiges erleben müssten:
1917/1918 Unabhängigkeitserklärung
1939/1940 das Baltikum wir der Sowjetunion im Hitler-Stalin-Pakt zugesprochen und Einmarsch der Sowjet-Truppne
1941 Massendeportationen nach Sibirien
1941/1944 Deutsche Besatzung
1945 Rückkehr Rote Armee und erneute Deportation











Ende 1980 Gründung baltische Volksfronten
und 2004 EU-Beitrit


Auf der weiteren Fahrt ändert sich nicht viel, die erste kleine Stadt ändert auch nichts an dem grauen Bild.
Hatten wir doch die ganze Zeit in Polen das Gefühl das es den Menschen dort gut geht und sich auch Wohlstand breit macht ist es hier in Litauen doch ganz anders. Kleine Häuschen, meist Holzbauweise, aber nie gepflegt oder gestrichen seit mehreren Jahrzehnten.
Der Mittagsstop in einem Ort und der folgende Einkauf erweist sich als mega günstig. Für € 3, 00 gibt es
Cola, leckeren Joghurt, Kabanossi und Schokobrötchen.
Die größeren Städte liegen heute nicht auf unserer Route, so landen wir heute im Nationalpark Tytuvenai.
Hier an einem See stehen sehr schöne Hütchen und wir haben , ganz alleine auf weiter Flur, unser Zelt nebendran aufgebaut.
Wurde es doch in Polen mit dem Speedlimit nicht so genau genommen, halten sich hier in Litauen alle daran. Selbst auf den Strecken im Niergendwo stehen Blitzer.

Litauen hat in etwa die Größe von Bayern, und ist mit 3,4 Mio Menschen die größte und  Bevölkerungsreichste der drei Baltikumrepubliken.

Freitag, 9. September 2016

Piecki - Stary Folwark

Morgens um 7h ist die Welt noch in Ordnung. Die Sonne schimmert über den See in unseren Wald hinein. Und endlich mal ist das Zelt morgens nicht pitzsche nasse. Gestern Abend haben die Angestelten auf unserem Waldcamping Saisonabschied gefeiert. Und als die Damentruppe dann die 10km im Dunkeln nach Hause durch den Wald tiggeln musste haben sie sich lauthald mit Liedern Mut zugesungen :-)
Ob wir wohl es heute die 266 km bis nach Litauen schaffen ? Vorweg genommen, nein wir haben es nciht geschafft. Grund dafür ist das es hier oben in den Mazuren hunderte von kleinen Wald- und Feldwegen gibt, und unser Navi führt uns dank Einstellung kürzeste Route natürlich genau da durch. So sind wir A froh wenn wir überhaupt auf 50 km Strecke in der Stunde kommen und B das es trocken ist. Weil bei Regen hätten wir keine Chance diese Wege zu  befahren. Aber sie sind als ganz normale Strassen auf der Karte eingezeichnet. Und kommen wir dann ein kurzes Stück auf Asphalt ist dies meistens hoppel hoppel hoppel.

Ein toller Ort ist Mikolajki, direkt an einem großen See gelegen, mit einem süßen Hafen voller Segelboote. Zwar Touri XXL , aber auch wir haben uns mit den Mopeds mal auf der Strandpromenade breitgemacht. Und sind prompt im Fotoalbum der RentnerReiseGang aus Bebra (Hessen) gelandet :-)
Weiter ging es quer Feld ein bis kurz vor Elk. Hier konnten wir uns erst mal nicht entscheiden, Richtung Russland oder doch Litauen. Wir haben dann Litauen genommen, jetzt etwas größere Streckchen, weil Temperatur mittlerweile außerhalb meiner Jacke 27 Grad, innendrin wohl eher so um die 50 Grad. Warum hab ich eigentlich die warme Jacke mitgenommen.

Jetzt sind wir auf einem putzigen Privatcamping in Stary Folwark 44 gelandet www.hanca.info  bei Lukowwy Kat. Er  hat ein super schönes Holzhaus und hinten im Garten die Wiese einfach als Camping umgewittmet.
Nach einem schönen Spaziergang zum See genießen wir jetzt den Sonnenuntergang. Natürlich wieder mit Schnaken, die hat  es hier ohne Ende.

Da die Bandbreite hier für Fotos zu klein ist , kann es sein das ich die Fotos erst alle nach unserer Rückkehr hochlanden  werde, mal schauen.

Gefahrere Kilometer seit zuhause 1.640





Gaj-Grzmieca - Piecki

Die Zutaten für einen super schönen Motorradfahrtag
- 25 bis 30 Grad Temperatur
- strahlend blauer Himmel
- süße Dorfstrekchen
- Hoppelstrassen
- unbefestigte Feldwege
- Sandpassagen
- Waldwege
- Schotterstrecken
- 100te von Seen
- Wälder
- Wiesen und Hügel

Das Ganze einmal gut durchmixen, und schon klappt es. Das ist zusammengefast was wir heute hatten. Hier oben in Polen gibt es extrem viel Landwirtschaft, und was wirklich auffällt ist das es nur ganz wenige graue
Plattenbauten gibt, dafür umso mehr gepflegte Dörfer mit schönen Häuschen. Und alles total sauber. So ganz
anderes als die Ecke in der wir letztes Jahr waren.

Zum guten Abschluß des Tages gab es nochmals 10 km Feld- und Waldwege zu einem traumhaften Camping in den Mazuren. Kurz vor der Grenze zu Litauen  Koordinaten N 53°42,316'  O 021°22,904'  www.stanicawodna.mazury.pl

Morgen werden wir Polen verlassen und nach Litauen einreisen.





Poznan (Posen) - Gaj-Grzmieca



Da morgens alles noch pitschnass ist lassen wir uns das Frühstück gemütlich in der Sonne schmecken. Abfahrt heute gegen 10h. Das Wort Spurrillen bekommt hier in Polen eine ganz neue Bedeutung für mich. Die Rillen auf den Bundesstrassen sind teilweise 15 cm tief, das ist dann fast wie Anreiner fahren. Gut das wir bald wieder auf kleine Nebenstrecken ausweichen konnten. Gut, es ist alles flach hier, sehr flach, aber die Ortschaften sind echt schön zurecht gemacht. Und sehr oft, sogar mehr als oft sieht man Häuser das Frau nur so ins Staunen kommt, Was mir super gut gefällt ist, das es hier kaum graue und weiße Anstriche gibt, derzeit scheint giftgrün in Mode zu sein, und orange ist aiuch weit vorne.
Mittags gind es bei gefühlten 35 Grad quer durch Brombach (den polnischen Namen habe ich gerade nicht parat). Da  kamen wir ganz schön ins Schwitzen, nicht nur weil wir Großstädte hassen.
Hier gibt es noch die schönen orangen/elfenbein-farbenen Strassenbahnen wir wir sie früher in Frankfurt hatten, da werde ich doch ganz melanchonisch.
Noch 56 km, dann sollte es laut Karte Campings geben. Und 56 km auf hoppel hoppel Strecken sind lang, zwischendrin Schottereinlagen, es wurde uns ziemlich warm. Links ab ins Gelärsch, ok, das Seengebiet hatten wir gefunden, auch ziemlich schicke Ferienhäuser. Aber Camping keine Spur, dafür Sandpiste. Ok, aller Anfang ist schwer unjd mit füsseln kam ich dann auch Meter für Meter voran. Moni: mit ihrem "ohne Wörter Wörterbuch" zeigte vorbeikommenden Passanten das Zelt Bild Passanten: gleich das Smartphone ausgepackt und gegoogelt
Moni: Adresse ins Navi eingeben
Navi: ich kenne den Ort nicht
Moni: Schweißausbrüche
Klaus: wir hoppeln weiter durch den Sand
Moni: Freude pur

Endlich wieder Asphalt, einmal würfeln, ok links....Hier muss es irgendwo sein. Mitten im Wald dann ein winziges Schild mit Zelt = noch 200 Meter
Und jetzt sind wir an einem traumhaft schönen See, ok, Camping kann man es nicht nennen, mit schrägem Gelände, traumhaften Abendrot, und einem Plumsklo. Das Hüttchen hat aber noch offen so bekommen wir auch unser Feierabendradler und sind heute Nacht ganz alleine hier. Dafür haben sind die Strpazen gelohnt. Die drei Schwände auf dem See haben sogar extra für uns eine Flugshow eingelegt.



Dienstag, 6. September 2016

Lübben - Poznan (Posen)

Zwar lugte die Sonne heute morgen schon mal zwischen den Wolken hervor, aber das Zelt wurde nicht trocken, und so richtig warm war es auch noch nicht. Egal, endlich mal von außen trocken. Über kleine Seitenstrassen ging es Richtung Frankfurt/Oder. War gestern Kopfsteinpflaster en mass zugegen ging es heute über Hoppelstrecken. Hier oben ist ist vielen Orten die Zeit stehen geblieben, andererseits sieht man dann auch oft schöne, herausgeputze Orte mit farbigen Häusern.
Frankfurt/Oder ist genau so wie ich es von vor ca 12 Jahren in Erinnerung hatte, eine graue Plattenbaustadt, es scheint sich nichts verändert zu haben. Ganz im Gegensatz dazu einmal über die Oder drüber, schon ist Frau in Polen in Slubice. Und hier findet mal eine moderne und farbenfrohe, aufgeräumte Stadt. Sprit und sonstiges wesentlich günstiger als drüben. Der Grenzverkehr
übert die Oder boomt. Und je weiter wir in den Osten fuhren, genauso ging es auch weiter. Sehr ausgeräumte Städtchen oder Orte. Lange Nadelwälder und Alleenstrasse, leider fast überall max 70 km/h. Aber so kommen wir wenigstens zum gucken.
Die Sonne kam gegen Nachmittag richtig raus, in meinen Crossstiefeln fand sich ein Feuchtbiotop. Durch die Nässe der letzten Tage und die Hitze heute...ähhh  bähhh. Erst mal Füße am Strassenrand trocken legen. Die Bundesstrasse 307 führte und dann einmal quer von West nach Ost durch Poznan, bei uns Deutschen besser als  Posen bekannt. Einer wunderschöne Stadt mit vielen prachtvollen alten großen Gebäuden. Und da wir bei fast jeder roten Ampel stehenbleiben durften, hatten wir auch viel Zeit zum Bestaunen. Hinter Poznan liegt der NobelCamping Malta, hier schlagen wir unser Nachtlager auf, zu sehr günstigem Preis. Doch vorher mussten wir unserst mal komplett zum trocknen ausbreiten. Dadurch das wir das Zelt klatschnass eingepackt habn, hat leider die eine Tasche samt Inhalt eine kleine Vorwäsche erhalten. Die Tujahecke rund um unseren Stellplatz war für zwei Stunden bunt geschmückt mit Socken, Schafsfellen, Stühlen und allerlei Kleinkram. Jetzt ist alles trocken.
Es zieht aber schon wieder an.Und auch hier Schnaken ohne Ende. Von gestern habe ich noch 6 Andenken an meinem Füßen, heute sind Socken Pflicht.

Bedingt durch das Wetter haben wir bis dato kaum Fotos geschossen, es kommen aber noch welche, versprochen.

Kronberg - Gieboldehausen - Lausiger Teiche - Lübben

Sonne satt und Kultur vom Feinsten. Die Anfahrt zum alljährlichen MotorradReiseTreffen nach Giebldehausen verlief ruhig und kalt, zumindest ab Bad Hersfeld. Schnell Zeltaufbauen eh der Mittagsföhn angeht, geschafft. Und ab zum Nahkauf Getränke holen, und wer erwartet mich dort schon, Yes 3/4 der Bengs-Bande, die Freude riesengroß !
Heidi & Bernd kamen auf dem Weg zu ihrem Islandtrip auch noch auf einen kleinen Plausch vorbei, schön wars !
Der Samstag heiß und mit zwei super Reisevorträgen, ein Wiedersehen mit Martin war das Highlight. Und natürlich trafen  wir Suse & Hannes, Klaus, Simon und Panny, einfach schön. Abends bei warmen Temepraturen wurde zu So Big das  Eichsfeld gerockt.
Wie immer Sonntags morgens, Regen ....Noch keine Abfahrt gehabt ohne. Und so ging es auch den ganzen Sonntag. Schöne kleine Streckchen über den Harz dann Richtung Brandenburg. Gegen nachmittag hatte die Sonne Erbarmen und gab ab dann ihr Bestes. An den Lausiger Teichen haben wir dann unser Nachlager aufgeschlagen und wurden mit tollem Abendrot geloht. Ein Spaziergang um den See und in dem nahen Urwald ergab sogar drei Rehe zu Gesicht. Leider müssen wir vermelden das der Winter naht, Unmengen an Kranichformationen folgen über uns hinweg.
Die Nacht öffnete der Himmel seine Schleusen, so ließen wir uns heute morgen beim Frühstücken unter einem trockenen Dach Zeit, nutzten jedes kleine trockene Fenster zum Packen, und dann gib es ab zum Paddeln mit den Mopeds. Hier oben gibt es viel Neues für uns zu sehen, teilweise die Dörfer noch wie vor 20 Jahren, teilweise sehr schön hergerichtet. Bedingt durch einen Abrutscher war einer unserer Regenschuhe gerissen, notdürtig geflickt mit Panzertape.Bei der Fähre über die Elbe bekamen wir den Tipp in Annaburg gäbe es einen Motorradhändler. Gesucht und gefunden, leider keine neuen Überschuhe, dafür aber ne volle Rolle Panzerband, und der Überschuh ist dichter als vorher. Noch so 50 km bis in den Spreewald, heutiges Etappenziel. Links Sonne, rechts dunkel...sehr dunkel, nein er wird doch nicht....nein das macht er nicht..doch er fährt auf die Schnellstrasse voll in dei dunkle Wand. Yoh, und dann kam die Flutwelle von oben, und der Test fürs Panzerband. Nach 10km war der Spuk vorbei und die Mopeds
porentief rein. Das Panzerband hat dicht gehalten !
In dem kleinen Städtchen Lübben haben wir jetzt mit ca 10.000 Schnacken unser Zelt aufgebaut. Ein kleiner Abendspaziergang zeigt uns die kleinen Kanälchen auf denen man hier mit Paddelbooten durch den ganzen Spreewald paddeln kann,
Morgen geht es ab nach Polen, Sonne ist angesagt.




Montag, 29. August 2016

die Mopeds sind gepackt

in ein paar Tagen geht es los, die Hippocrew zieht es diesmal ins Baltikum.


Dazu zählen die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen in Nordosteuropa mit ca. 6 Millionen Menschen auf einer Fläche von etwa 175.000 km² . Und die wollen wir natürlich ganz erfahren.


Bergig wird es wohl diesmal kaum werden, die höchste Erhebung ist 318 Meter hoch der Suur Munmägi in Estland.


Viel Spaß beim Miterleben....